Die Krankheitsverläufe bei Neurodermitis sind sehr individuell. Darum therapieren wir sie ganzheitlich.

Die Neurodermitis gehört wie die Schuppenflechte zu den klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkten am Dermatologikum Hamburg.

Am Dermatologikum Hamburg wird die Neurodermitis ganzheitlich therapiert. Die individuell ausgearbeiteten Konzepte zur Therapie von Kindern und Erwachsenen berücksichtigen die vielfältigen Aspekte der Erkrankung. Dazu gehören die Behandlung von Juckreiz und Entzündung, eine Stärkung der Hautbarriere, eine Vermeidung von Infektionen und Triggerfaktoren sowie eine Beratung über das richtige Wasch- und Ernährungsverhalten.

Die therapeutischen Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Das liegt am besseren Verständnis der Entzündungsvorgänge im Körper und der damit verbundenen Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien. Ihnen stehen unter anderem sehr wirksame Medikamente zur Verfügung. Sie greifen gezielt in das Entzündungsgeschehen ein, „modulieren“ dabei auf schonende und verträgliche Weise das Immunsystem und führen in vielen Fällen zu einem Rückgang der Symptome und zur Abheilung der Haut.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis, auch als atopische Dermatitis bezeichnet, ist eine häufig auftretende chronische Hauterkrankung. Sie betrifft Menschen jeden Alters, wobei Kinder und Jugendliche besonders häufig betroffen sind. Diese Erkrankung kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, da sie mit Juckreiz, Hautrötungen und Entzündungen einhergeht.

Laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) leiden in Deutschland etwa 5-10 % der Bevölkerung, das sind rund 4-8 Millionen Menschen, an Neurodermitis. Am häufigsten tritt Neurodermitis im frühen Kindesalter auf und verliert sich ab dem Schulalter auch häufig oder weitgehend wieder. Bis zu 2 % der Erwachsenen leiden dauerhaft oder schubweise an Neurodermitis.

Neurodermitis Symptome & Erscheinungsbild

Neurodermitis zeichnet sich durch charakteristische Symptome und ein einzigartiges Erscheinungsbild aus. Die häufigsten Anzeichen und Symptome von Neurodermitis sind:

  • Juckreiz und Hauttrockenheit: Ein führendes Merkmal der Neurodermitis ist intensiver Juckreiz, der besonders nachts auftritt. Die Haut ist oft extrem trocken, schuppig und neigt zu Rissen. Das ständige Kratzen kann die Haut weiter schädigen und Entzündungen verstärken.

  • Hautrötung und Entzündung: Die betroffenen Hautstellen weisen eine erhöhte Rötung auf, die von kleinen erhabenen Papeln begleitet sein kann. Die Haut ist entzündet, gereizt und kann sich warm anfühlen.

  • Ekzematöse Läsionen: Typische Ekzeme oder Läsionen sind bei Neurodermitis häufig anzutreffen. Sie können feucht, nässend und von einer Kruste bedeckt sein. Diese Läsionen können sich über den Körper verteilen, insbesondere an Gelenkbeugen wie Ellenbogen und Kniekehlen.  Auch Gesicht, Hals und Hände sind häufig betroffen.

  • Schwellungen und Verdickungen: Bei chronischem Verlauf kann die Haut an den betroffenen Stellen verdicken und aufgrund wiederholter Entzündungen eine erhöhte Empfindlichkeit aufweisen. Die Haut kann sich auch verfärben, was zu dunkleren oder helleren Bereichen führt.

  • Ekzem im Gesicht: Neurodermitis kann auch das Gesicht betreffen, insbesondere bei Kindern. Hier kann sie zu trockener, schuppiger Haut, geröteten Wangen, Schwellungen der Augenlider und Ekzemen um den Mund herum führen.

  • Nagel- und Haarprobleme: Manchmal können Neurodermitis-Patienten auch Veränderungen an den Nägeln oder (vorübergehenden) Haarausfall erfahren.

Es ist wichtig zu beachten, dass Neurodermitis individuell variieren kann. Die Schwere der Symptome kann von milden, gelegentlichen Schüben bis zu schweren und chronischen Fällen reichen. Die Identifizierung der Symptome und ihr angemessenes Management sind entscheidend, um den Juckreiz zu kontrollieren, Entzündungen zu reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Ursachen und Risikofaktoren von Neurodermitis

Diese chronische Hauterkrankung ist das Ergebnis einer Kombination genetischer, immunologischer und umweltbedingter Einflüsse.

  • Genetik: Eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Neurodermitis spielt die genetische Veranlagung. Wenn Eltern oder enge Verwandte bereits von Neurodermitis betroffen sind, steigt das Risiko, die Erkrankung zu entwickeln. Mutationen in bestimmten Genen, die die Hautbarriere und die Immunfunktion beeinflussen, können eine Rolle spielen.

  • Immunologische Dysregulation: Menschen mit Neurodermitis zeigen oft eine gestörte Immunreaktion, bei der das Immunsystem auf Umweltreize übermäßig reagiert. Dies kann zu Entzündungen und einer gesteigerten Empfindlichkeit der Haut führen.

  • Hautbarriere-Störung: Eine geschwächte Hautbarriere kann es Allergenen und Reizstoffen erleichtern, in die Haut einzudringen und Entzündungen auszulösen. Ein Mangel an Lipiden und Proteinen, die normalerweise die Hautschutzfunktion aufrechterhalten, kann zur Entwicklung von Neurodermitis beitragen.

  • Allergene und Umweltfaktoren: Verschiedene Umweltfaktoren und Allergene können das Risiko für Neurodermitis erhöhen oder Schübe auslösen. Hierzu gehören allergene Lebensmittel, Hausstaubmilben, Pollen und Tierhaare. Rauch, Luftverschmutzung und klimatische Bedingungen können ebenfalls Einfluss haben.

  • Frühkindliche Exposition: Die Exposition gegenüber bestimmten Faktoren während der Schwangerschaft und in den frühen Lebensjahren kann das Risiko für Neurodermitis beeinflussen. Einige Studien deuten darauf hin, dass eine vaginale Geburt im Vergleich zu einem Kaiserschnitt, Stillen und der Kontakt mit Haustieren in der Kindheit das Risiko senken könnten. Bei Neugeborenen mit hohem Risiko kann eine konsequente Hautpflege das Auftreten von Neurodermitis ggf. senken.

  • Stress und emotionale Faktoren: Stress und emotionale Belastungen können die Symptome von Neurodermitis verschlimmern oder Schübe auslösen. Der Zusammenhang zwischen dem Nervensystem und der Haut kann dazu führen, dass Stress zu einer Verschlechterung der Erkrankung beiträgt.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Neurodermitis multifaktoriell bedingt ist und dass verschiedene Faktoren in Kombination zur Entwicklung der Erkrankung beitragen können. Ein umfassendes Verständnis der Ursachen und Risikofaktoren kann dazu beitragen, präventive Maßnahmen zu identifizieren und eine effektive Behandlung zu ermöglichen. Wenn Sie Anzeichen von Neurodermitis bei sich oder Ihrem Kind bemerken, ist eine rechtzeitige Konsultation mit einem Dermatologen oder einer Dermatologin ratsam, um eine angemessene Diagnose und Behandlung zu erhalten.

Neurodermitis Behandlungsmethoden und Therapieverfahren

Wenn es um die Bewältigung von Neurodermitis geht, sind gezielte Behandlungsmethoden und Therapieverfahren von entscheidender Bedeutung. Diese eröffnen Betroffenen Möglichkeiten, die Lebensqualität zu steigern und den Einfluss der Erkrankung zu mindern.

  • Äusserliche Therapie für lokale Linderung: Cremes und Salben, wie Kortison-haltige Präparate oder Kortison-freie Calcineurin-Inhibitoren, wirken direkt auf entzündete Hautpartien, um Juckreiz und Rötungen zu reduzieren.

  • Innerliche Therapie für schwerere Fälle: In schwereren Fällen können systemische Therapieansätze wie Immunmodulatoren, JAK-Inhibitoren (Tabletten) oder Biologika (Spritzen unter die Haut) eingesetzt werden, um Entzündungsreaktionen zu kontrollieren und die Symptome zu mildern.

  • Phototherapie zur Entzündungslinderung: Die gezielte Anwendung von UV-Licht kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und die Hautbarriere zu stärken, was zu einer Besserung der Symptome führen kann.

  • Allergen-Management für langfristige Kontrolle: Die Identifikation und Vermeidung von Auslösern, sei es in der Ernährung oder der Umwelt, kann einen langfristigen Einfluss auf die Häufigkeit und Schwere von Schüben haben.

  • Ganzheitliche Ansätze für umfassende Unterstützung: Neben medizinischen Therapien können stressreduzierende Techniken, eine gesunde Lebensweise und psychologische Unterstützung dazu beitragen, Symptome zu bewältigen und die Lebensqualität zu verbessern.

Die individuelle Anpassung der Therapie ist entscheidend, um die beste Wirkung zu erzielen. Bei Fragen zu Behandlungsmethoden und Therapieverfahren für Neurodermitis ist es ratsam, sich an eine qualifizierte Fachärztin/einen Facharzt zu wenden, um einen maßgeschneiderten Ansatz zu entwickeln und die Symptome effektiv zu kontrollieren.

Neurodermitis: Die Rolle der Ernährung

Neben äußeren Einflüssen kann auch die Ernährung eine Rolle bei der Entstehung und Verschlimmerung von Neurodermitis-Symptomen spielen.

Obwohl die genaue Beziehung zwischen Ernährung und Neurodermitis komplex ist und individuell variieren kann, gibt es bestimmte Faktoren, die eine Rolle spielen können:

  • Nahrungsmittelallergien: Bestimmte Lebensmittel können allergische Reaktionen auslösen und damit auch Neurodermitis-Symptome verschlimmern. Häufige Allergene sind Milchprodukte, Eier, Nüsse, Soja und Weizen.

  • Entzündungsfördernde Lebensmittel: Einige Lebensmittel, die reich an gesättigten Fetten (z.B. Schweinefleisch), Zucker und raffinierten Kohlenhydraten sind, können entzündliche Prozesse im Körper verstärken und somit die Hautentzündung verschlimmern.

  • Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren, die in fettem Fisch, Leinsamen und Walnüssen vorkommen, haben entzündungshemmende Eigenschaften und könnten dazu beitragen, Entzündungen bei Neurodermitis zu reduzieren.

  • Vitamine und Antioxidantien: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen (insbesondere Vitamin D) und Antioxidantien ist, kann die Hautgesundheit unterstützen und Entzündungen mildern.

Neurodermitis Behandlung am Dermatologikum Hamburg: Unsere Expertise in der Erforschung der Krankheit

Die Neurodermitis-Behandlung am Dermatologikum Hamburg steht für höchste medizinische Expertise, innovative Ansätze und eine ganzheitliche Betreuung. Unsere spezialisierten Fachärzte für Dermatologie und Allergologie sind engagiert, Ihnen bei der Bewältigung Ihrer Neurodermitis-Symptome zu helfen und Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Individuelle Lösungen für Ihre Hautgesundheit

  • Individuelle Pläne: Unsere Fachärzte erstellen angepasste Behandlungspläne basierend auf Ihren Bedürfnissen, Schweregrad und Allergien.

  • Innovation in Therapie: Topische, phototherapeutische und modernste innerliche Therapien für optimale Ergebnisse.

  • Ganzheitlicher Fokus: Neben medizinischer Hilfe bieten wir Beratung zur Hautpflege, Ernährung und Lebensstil.

  • Patientenzentriert: Ihre Anliegen sind wichtig. Wir hören zu, beantworten Fragen und schaffen eine unterstützende Umgebung.

  • Fortwährende Entwicklung: Unsere Ärzte sind stets informiert über neueste Entwicklungen, Forschung und Fortbildung für beste Therapieoptionen.

  • Klinische Studien: Wir nehmen regelmäßig an klinischen Studien für moderne Medikamente zur Therapie der Neurodermitis teil. Für manche Patienten kann eine freiwillige und kostenfreie Teilnahme an einer Studie sinnvoll sein. Sprechen Sie uns hierzu gerne an.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die Entzündungen und Juckreiz verursacht. Die Behandlung umfasst topische Medikamente, Hautpflege, Vermeidung von Auslösern und in schweren Fällen systemische Therapien.

Neurodermitisschübe können durch Allergene, Hautirritationen, Stress und Klimafaktoren ausgelöst werden.

Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung und Anamnese. Hauttests können Allergien identifizieren. Ein erfahrener Dermatologe unterscheidet Neurodermitis von anderen Hauterkrankungen.

Topische Behandlungen umfassen entzündungshemmende Cremes, Feuchtigkeitscremes, Calcineurin-Inhibitoren und topische Kortisonpräparate.

Innerliche Therapien wie JAK-Inhibitoren oder Biologika sind bei ausgeprägter Neurodermitis angezeigt.

Lichttherapie (Phototherapie) nutzt UV-Licht zur Linderung von Symptomen. Sie kann den Juckreiz reduzieren und die Hautbarriere stärken.

Ein gesunder Lebensstil, Stressmanagement, ausgewogene Ernährung und richtige Hautpflege können Neurodermitissymptome lindern.

Ja, Neurodermitis kann verschiedene Formen und Schweregrade haben, von leichter bis schwerer und von akuten Schüben bis zu chronischen Symptomen.

Behandlungsoptionen umfassen topische Medikamente, innerliche Therapien, Lichttherapie und Anpassungen des Lebensstils.

Hautpflege bei Neurodermitis beinhaltet schonende Reinigung, regelmäßige Feuchtigkeitsanwendung und Vermeidung von Auslösern wie allergenen Stoffen.

Neurodermitis kann nicht geheilt werden, aber mit effektiver Behandlung und Lebensstilanpassungen können Symptome kontrolliert und die Lebensqualität verbessert werden.

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