Schmäler hier und voller dort? Interview zum Ästhetik-Trend Lipofilling
Schmäler hier und voller dort? Interview zum Ästhetik-Trend Lipofilling

Schmäler hier und voller dort? Vereinfacht gesagt ist Lipofilling das "Verschieben" von Körpervolumen. Dies geschieht durch ein Verpflanzen von körpereigenem Fettgewebe. Der Weg von der Forschung bis hin zur praktischen Ausführung war jedoch lang und aufwändig.

Dr. med. Felix Cromme aus dem DERMATOLOGIKUM HAMBURG über aktuelle Neuigkeiten zum Ästhetik-Trend Lipofilling.

Warum ist Lipofilling gerade so angesagt?

Dr. med. Felix Cromme: Die Möglichkeit, überschüssiges Fettgewebe an einer Stelle zu entfernen und damit andere Stellen zu optimieren, ist in der Ästhetischen Medizin einmalig. Das Besondere dabei sind der langanhaltende Effekt, die schnelle Erholung und Gesellschaftsfähigkeit nach dem Eingriff (etwa 3 Tage) und die Tatsache, dass ausschließlich körpereigenes Gewebe verwendet wird.

Welche Körperbereiche können hier besonders gut behandelt werden?

Es können nahezu alle Körperareale modelliert werden. Wo zu viel Fett vorhanden ist, kann es entnommen werden, wo Volumen fehlt oder Falten ganz besonders tief sind, kann das gewonnene Fett eingebracht bzw. transplantiert werden. Am häufigsten wird die Fett-Transplantation im Gesicht (Nasolabialfalten, Lippen, Wangen), an der Brust und am Po durchgeführt.

Wie läuft der Eingriff ab?

Fett wird am Bauch, Po oder den Hüften abgesaugt, gefiltert und speziell aufbereitet. Soll das Gesicht behandelt werden (z.B. Augenschatten, Trännenrinne, Lippen, Wangen, Nasolabialfalte) oder auch eine Narbe oder Delle von innen geglättet werden, reicht es, eine kleine Menge Fettgewebe zu entnehmen. Wenn eine Brustvergrößerung mit Eigenfett oder Brazilian Butt Lifting (Povergrößerung) geplant ist, wird eine größere Menge entnommen. Das aufbereitete Fettgewebe wird mittels Kanülen an den gewünschten Körperstellen fächerförmig eingeführt. Je nach Empfängerregion beträgt die Anwachsrate 30-70 %. Der große Vorteil dieser Technik ist, dass das körpereigene Fettgewebe ein Leben lang an der verpflanzten Stelle bleibt und somit auch die gewünschte Veränderung permanent ist.

Wie hat sich diese Methode entwickelt bzw. welche Innovation ist hinzugekommen?

Lipofilling wurde in den 90er Jahren in den USA populär. Als eigentlicher "Vater" der Eigenfett-Transplantation gilt der US-Amerikaner Sydney Coleman. Die Technik hat sich seitdem sehr verfeinert. Damals wurde das Fett verhältnismäßig umständlich in sehr kleinen Mengen gewonnen und aufwendig verarbeitet, sodass die Operationen zum Teil mehrere Stunden (6 Stunden und mehr) dauerten. Mittlerweile haben wir Methoden und Hilfsmittel erarbeitet, um die Operationszeit auf höchstens 90 Minuten zu reduzieren und das Fettgewebe noch konzentrierter und hochwertiger zu gewinnen.

Findet der Eingriff unter Vollnarkose statt?

Nicht unbedingt. Die Operation kann auch in lokaler Betäubung durchgeführt werden, allerdings ist die Widerstandsfähigkeit der transplantierten Zelle durch die hohe Konzentration des lokalen Betäubungsmittels etwas reduziert. Bei kleinen Mengen wie 10 bis 20 ml (z.B. Faltenbehandlung im Gesicht) ist eine lokale Behandlung ausreichend und zielführend, bei der Verpflanzung von größeren Volumen (> 200 ml), wie bei Brust und Po, empfiehlt sich eine Dämmerschlafnarkose.

Wie lange dauert die Genesungsphase?

Bereits am nächsten Tag ist man wieder fit und schmerzfrei. Lediglich ein Bluterguss oder ein dezenter Muskelkaterschmerz kann im Bereich der Spenderareale an den Folgetagen auftreten. Nach etwa 3 Tagen hat sich der Körper und das Unterbewusstsein an die neue Situation angepasst. Sport und andere körperliche Anstrengungen sollten jedoch für 4 Wochen vermieden werden, damit die Fettzellen optimal anwachsen können.

Bei Fragen zu Lipofilling oder für eine individuelle Beratung stehen wir unseren Patient:innen sehr gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.


Verwandter Fachbereich

Ästhetische und Plastische Chirurgie

Ästhetische und Plastische Chirurgie