Schönheit down under: Neuigkeiten zum Thema Intim-Chirurgie

Ästhetik und das Empfinden für die eigene Schönheit sind nicht begrenzt auf spezielle Bereiche des Gesichts und Körpers. Auch die weibliche Intimregion kann durch moderne Verfahren den eigenen optischen Vorstellungen angepasst werden und so für mehr Selbstbewusstsein und ein gesteigertes Körpergefühl erzeugen. Viele Patientinnen sind positiv überrascht und erleichtert zu erfahren, welche verschönernden Maßnahmen sich etabliert haben und was alles möglich ist.

Dr. med. Felix Cromme, Dermatologikum Hamburg, und Dr. med. Maria Heller, Dermatologikum Bremen, verraten im Interview den aktuellen Stand in Sachen weibliche Intimchirurgie.

Welche Möglichkeiten bietet die moderne Intim-Chirurgie?

Dr. med. Maria Heller: Frauen aller Altersgruppen beschäftigen sich vermehrt mit dem Thema und sehen, dass sie nicht allein mit ihrem Problem sind. Es hat sich eine größere Akzeptanz für diese Eingriffe entwickelt und das Thema wird nicht mehr so stark tabuisiert. Während früher lediglich die Kürzung der kleinen Schamlippen im Fokus stand, betrachtet die moderne Chirurgie den gesamten Intimbereich, um ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen. Durch die Kombination verschiedener Operationstechniken wie z.B. angleichende Straffung des Klitorismantels oder Eigenfetttransfer im Bereich der großen Schamlippen kann ein optisch und funktionell optimales Ergebnis adaptiert an die individuellen Gegebenheiten geschaffen werden.

Wie läuft ein Eingriff ab und wie lange danach sollte man sich schonen?

Dr. med. Maria Heller: Die Operation kann in Lokalbetäubung und auf Wunsch in einer Dämmerschlafnarkose durchgeführt werden. Die Patientinnen sollten eine ausreichende Erholungsphase einplanen, ideal ist eine Woche. Sehr selten auftretende Nachblutungen sind in der Regel zu früher Belastung geschuldet. Nach Abheilung ist der schrittweise Belastungsaufbau wieder möglich. Starke Belastungen wie Reiten, Radfahren oder Geschlechtsverkehr sind in der Regel nach 5-6 Wochen wieder möglich. Die bei der Operation verwendeten Fäden sind selbstauflösend, in Einzelfällen muss lediglich der Knoten nach circa 10 Tagen gekappt werden. Die zurückbleibende Narbe ist im Schleimhautbereich nahezu unsichtbar.

Gibt es langfristige Einschränkungen, die durch die Operation entstehen können?

Dr. med. Maria Heller: In der Regel nicht. Geschlechtsverkehr und im weiteren Verlauf z.B. eine natürliche Geburt, sind uneingeschränkt möglich. In den ersten Wochen bzw. Monaten nach der Operation kann der Intimbereich etwas empfindlicher sein oder die ehemalige Wundregion etwas spannen, dies ist jedoch von vorübergehender Natur.

Was zeichnet einen seriösen Ästhetischen-Plastischen Chirurgen aus?

Dr. med. Felix Cromme: Ein:e seriöse:r Ärtz:in für Plastische und Ästhetische Chirurgie stellt die Patientin in den Mittelpunkt und nicht sich selbst. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Person Fachärzt:in für Plastische Chirurgie und Mitglied in einer Fachgesellschaft wie DGPRÄC, VDÄPC, GÄCD, IPRAS ist. "Schönheitsärzt:in" und "Beauty-Doc" sind keine geschützten Begriffe: jede:r Ärzt:in kann ihn verwenden und nutzen, selbst wenn er oder sie noch nie eine Operation selbständig durchgeführt hat. Eine Untersuchung im Intimbereich sollte immer in Anwesenheit einer dritten Person und Fotos nur nach schriftlicher Erlaubnis erfolgen. Die Patientin sollte sich im Vorfeld über den Werdegang der Operateurinnen erkunden und genügend Fragen stellen.

In welchem Alter befinden sich die Patientinnen im Durchschnitt?

Dr. med. Felix Cromme: Die meisten Patientinnen sind relativ jung: Anfang 20. Mittlerweile ist die Aufklärung durch die Gynäkolog:innen und die Medien so gut geworden, dass die Betroffenen wissen, dass es nachhaltige (dauerhafte) Möglichkeiten der Behandlung gibt und sie sich trauen, sich bei Ärzt:innen mit ihrem Problem vorzustellen.

Welche Eingriffe werden am häufigsten durchgeführt?

Dr. med. Felix Cromme: Die Verkleinerung der inneren (kleinen) Schamlippen (Labioplastik, Schamlippenplastik, Schamlippenkorrektur) ist der effektivste, schonendste, unkomplizierte und daher am häufigsten durchgeführte Eingriff in der weiblichen Intimchirurgie. Bei Fragen oder für eine individuelle Beratung stehen wir unseren Patient:innen sehr gerne zur Verfügung.

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