Was tun bei einem Zeckenbiss?

Behandlungsmethoden nach einem Zeckenbiss

Zeckenstiche können ernsthafte Krankheiten übertragen. Eine schnelle, korrekte Entfernung und Nachsorge sind entscheidend, um Infektionen zu vermeiden. 

1. Zecke entdecken und schnell handeln

Wenn Sie eine Zecke auf Ihrer Haut entdecken, sollten Sie diese so schnell wie möglich entfernen.

2. Hilfsmittel zum Entfernen der Zecke

Nutzen Sie eine feine Pinzette, eine spezielle Zeckenschlinge oder eine Zeckenkarte.

3. Zecke greifen und entfernen

Greifen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Hautoberfläche. Versuchen Sie, die Zecke am Kopf oder an den Mundwerkzeugen zu fassen, nicht am Körper. Ziehen Sie die Zecke langsam und gleichmäßig nach oben. Vermeiden Sie Dreh- oder Ruckbewegungen, da dies dazu führen kann, dass Teile der Zecke in der Haut stecken bleiben.

4. Reinigung und Desinfektion der Stichstelle

Reinigen Sie die Bissstelle und Ihre Hände erneut mit Wasser und Seife. Desinfizieren Sie die Bissstelle mit einem antiseptischen Mittel. Bewahren Sie die Zecke in einem verschlossenen Behälter auf, falls später eine Identifizierung notwendig wird

5. Beobachtung der Einstichstelle

Beobachten Sie die Einstichstelle in den folgenden Tagen und Wochen genau. Achten Sie auf Symptome wie Rötung, Schwellung oder das Auftreten eines roten Rings um die Einstichstelle (Wanderröte). Diese Anzeichen können auf eine Infektion wie Borreliose hinweisen. Weitere Symptome können Fieber, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein sein.

Wie beobachte ich die Wanderröte nach einem Zeckenstich?

Erkennen der Wanderröte: Achten Sie auf eine ringförmige Rötung um die Bissstelle/Stichstelle, die sich nach außen ausdehnt. Typischerweise hat die Rötung in der Mitte eine Aufhellung.

Regelmäßige Kontrolle: Untersuchen Sie die betroffene Hautstelle täglich und notieren Sie Veränderungen in Größe und Aussehen der Rötung.

Größe messen: Verwenden Sie ein Lineal, um den Durchmesser der Rötung zu messen. Notieren Sie die Werte, um die Ausdehnung zu dokumentieren.

Fotos machen: Machen Sie regelmäßig Fotos der Rötung, um den Verlauf visuell festzuhalten. Verwenden Sie einen Maßstab (z. B. ein Lineal) für den Größenvergleich auf den Fotos.

Symptome beachten: Achten Sie auf zusätzliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Gelenkschmerzen und notieren Sie diese ebenfalls.

Fachärztliche Untersuchung: Suchen Sie bei Auftreten der Wanderröte oder anderen Symptomen eine:n Ärzt:in auf.

Zeckenbiss oder Zeckenstich?

Obwohl der Begriff "Zeckenbiss" häufig verwendet wird, ist aus medizinischer Sicht "Zeckenstich" korrekt. Zecken stechen, um Blut zu saugen. Die Stichstelle kann Rötung, Schwellung und Juckreiz verursachen und Krankheitserreger wie Borreliose und FSME übertragen.

Die Zecke wurde beim Entfernen beschädigt

Wenn Sie die Zecke nicht sauber entfernen konnten oder sie beschädigt ist, empfehlen wir, sie aufzubewahren. Im Dermatologikum Hamburg verfügen wir über ein Labor, das eine schnelle Testung auf FSME und Borreliose-Erreger ermöglicht. Dies hilft, eine mögliche Infektion frühzeitig zu erkennen und angemessen zu behandeln.

Erste Maßnahmen bei einer Entzündung

Nach einem Zeckenstich sollten mögliche Entzündungen an der Bissstelle frühzeitig erkannt und umgehend behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden und eine schnelle Genesung zu fördern. 

Entzündungszeichen erkennen

Eine Entzündung erkennen Sie an Rötung, Schwellung, Wärme und Schmerzen an der Bissstelle. Manchmal kann auch Eiter austreten. Diese Symptome deuten darauf hin, dass Ihr Körper auf Krankheitserreger reagiert.

Erste Maßnahmen bei einer Entzündung

Falls sich die Bissstelle entzündet, sollten Sie diese regelmäßig desinfizieren und kühlen. Eine entzündungshemmende Salbe aus der Apotheke kann helfen, die Schwellung zu reduzieren und die Heilung zu fördern. Vermeiden Sie das Kratzen, um die Entzündung nicht zu verschlimmern.

  • Reinigung und Desinfektion der Bissstelle: Sobald Anzeichen einer Entzündung wie Rötung, Schwellung, Wärme oder Schmerzen auftreten, reinigen Sie die Wunde sanft mit Wasser und milder Seife, um mögliche Krankheitserreger zu entfernen. Anschließend desinfizieren Sie die Bissstelle mit einem geeigneten Desinfektionsmittel, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

  • Lokale Kühlung zur Schmerzlinderung: Um Schwellungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern, können Sie die entzündete Stelle mit kühlenden Kompressen oder anderen geeigneten Mitteln kühlen.

Wann sollte man mit einem Zeckenbiss eine:n Ärzt:in aufsuchen?

Man sollte einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, wenn nach einem Zeckenbiss folgende Situationen auftreten:

  • Wenn die Zecke nicht vollständig entfernt werden konnte.

  • Wenn die Bissstelle stark gerötet ist oder sich um die Stelle herum eine zunehmende Rötung ausbreitet.

  • Bei anhaltenden Schmerzen, Schwellungen oder Überwärmung der Haut um die Bissstelle.

  • Wenn sich um die Bissstelle herum ein roter Ring bildet (Wanderröte), was auf eine Borreliose-Infektion hinweisen könnte.

  • Bei Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder anderen ungewöhnlichen Symptomen, die nach einem Zeckenbiss auftreten.

  • Bei bekannten Risikofaktoren für eine FSME-Infektion und Auftreten von neurologischen Symptomen wie starke Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Übelkeit oder Bewusstseinsstörungen. 

Gerade nach Aufenthalten im Freien empfehlen wir eine gründliche Untersuchung.
Gerade nach Aufenthalten im Freien empfehlen wir eine gründliche Untersuchung.

Präventive Maßnahmen gegen Zeckenbisse

FSME-Impfung

Die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die schwere Gehirn- und Hirnhautentzündungen verursachen kann. In Risikogebieten ist eine Impfung gegen FSME empfehlenswert. Lassen Sie sich von Ihren Ärzt:innen beraten, ob eine FSME-Impfung sinnvoll ist.

Zeckenschutz durch geeignete Bekleidung

Vermeiden Sie Zeckenbisse, indem Sie geeignete Schutzkleidung tragen. Lange Hosen, langärmlige Hemden und festes Schuhwerk bieten eine physische Barriere gegen die Blutsauger. Stecken Sie Ihre Hosenbeine in die Socken, um den Zugang zur Haut zusätzlich zu erschweren.

Einsatz von Repellents

Zeckenschutzmittel (Repellents) enthalten Wirkstoffe wie DEET oder Icaridin, die Zecken abwehren. Tragen Sie diese Mittel auf die unbedeckten Hautstellen auf und erneuern Sie den Schutz je nach Produktanweisung alle 2-4 Stunden.

Körperkontrolle nach dem Aufenthalt im Freien

Nach Aufenthalten in der Natur sollten Sie Ihren Körper gründlich auf Zecken absuchen. Beliebte Einstichstellen sind warme, feuchte Bereiche wie die Achselhöhlen, Leisten, Kniekehlen und der Haaransatz.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Zeckenbisse können zu Rötung, Schwellung und lokalen Reizungen führen, oft begleitet von Juckreiz an der Bissstelle.

Zeckenbisse sind oft unauffälliger, können aber eine zentrale schwarze Markierung haben. Im Gegensatz dazu sind Mückenstiche meist rote, juckende Erhebungen.

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