Arzneimittelexantheme

Bei manchen Patient/-innen lösen bestimmte Medikamente allergische Hautauschläge aus.

Durch unsere Diagnostik ist es möglich, den Auslöser der Überempfindlichkeitsreaktion zu identifizieren und Ihnen wichtige Informationen für Ihre zukünftige medikamentöse Versorgung zu geben.

Unsere diagnostischen Verfahren

Zunächst klären wir anhand eines standardisierten Fragebogens Ihre persönliche Krankengeschichte. Dabei erfassen wir

  • den zeitlichen Zusammenhang zwischen der Anwendung des Arzneimittels und dem Auftreten der Reaktion

  • die Art der Reaktion (u. a. Aussehen der Hautveränderungen, Begleitsymptome)

  • sämtliche im zeitlichen Zusammenhang mit der Reaktion verwendeten Arzneimittel und deren Inhaltsstoffe

  • Begleiterkrankungen und andere besondere Umstände (z. B. sportliche Anstrengung, Alkoholkonsum)

  • die Rückbildung der Hautveränderungen nach Absetzen des Arzneimittels

  • notwendige therapeutische Maßnahmen

Anschließend führen wir geeignete Hauttestungen (z. B. Pricktest, Prick-zu-Pricktest, Intrakutantest, Epikutantest) und gegebenenfalls Blutuntersuchungen durch, um spezifische Immunglobulin E-Antikörper nachzuweisen – sofern möglich. Anschließend wird über die Notwendigkeit einer Provokationstestung entschieden. Der beste Zeitpunkt für solche Testungen ist zwischen 4 Wochen und 6 Monaten nach vollständigem Abklingen der Unverträglichkeitsreaktion. Bei schweren Reaktionen ist eine gestufte Hauttestung mit unterschiedlichen Konzentrationen der Testsubstanz in sogenannter Notfallbereitschaft erforderlich. Bei akuten Symptomen erfolgt im Dermatologikum Hamburg eine konsequente symptomorientierte Therapie. Nach Abschluss der Diagnostik dokumentieren wir die Ergebnisse in einem Allergiepass, den Sie von uns erhalten.

Was sind Arzneimittelexantheme?

Als Soforttypallergie bezeichnen wir Sofortreaktionen auf Medikamente wie Nesselsucht oder eine Anaphylaxie mit Herzrasen, Blutdruckabfall, Verengung der unteren Atemwege, Übelkeit und Erbrechen. Solche Reaktionen treten zumeist innerhalb einer Stunde nach Anwendung des Arzneimittels auf und sind nicht allergisch bedingt.

Davon zu unterscheiden sind folgende Hautausschläge im Sinne von allergischen Spätreaktionen:

Allergisches Kontaktekzem

Dabei handelt es sich um juckende Hautrötungen einhergehend mit Knötchen und/oder Bläschen nach Anwendung von Arzneimitteln an der Haut.

Fixes Arzneiexanthem

Zumeist zeigt sich nach Einnahme des auslösenden Arzneimittels eine isolierte, scharf begrenzte Hautrötung mit zentraler Blasenbildung im immer gleichen Hautareal.

Makulo-papulöses Exanthem

7-14 Tage nach Therapiebeginn treten symptomlose oder leicht juckende rote Flecken und Knötchen in unterschiedlich starker Ausprägung und Ausdehnung auf, zumeist am Rumpf und/oder an Armen und Beinen.

Stevens-Johnson- und Lyell-Syndrom

Das sind schmerzhafte Hautausschläge mit teilweise großflächiger Blasenbildung und Ablösung der oberen Hautschicht (Erosionen) vor allem am Rumpf, im Gesicht und an den Schleimhäuten – oft einhergehend mit Fieber und Lymphknotenschwellungen.

DRESS (Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms)

Es treten fleckige Hautrötungen und Knötchen am ganzen Körper auf in Kombination mit einer Erhöhung von eosinophilen Granulozyten im Blutbild. Im weiteren Verlauf kommen auch allgemeine Symptome hinzu, insbesondere Fieber, Lymphknotenschwellung und eine Entzündung der Leber.

AGEP (akute generalisierte exanthematische Pustulose)

Bereits 2-3 Tage nach Beginn der Einnahme eines neuen Arzneimittels treten plötzlich flächige Hautrötungen und Schwellungen im Gesicht und in den Körperfalten auf. Dort entwickeln sich zahlreiche stecknadelkopfgroße Pusteln, die mit Juckreiz, Brennen und stechenden Schmerzen an der Haut sowie einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und Fieber einhergehen. Nach Absetzen des Medikaments heilen die Hautveränderungen schnell ab.

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