Welt-Psoriasistag

Am 29. Oktober war Welt-Psoriasistag. Prof. Dr. med. Marc Radtke, Facharzt für Dermatologie mit dem Schwerpunkt chronisch-entzündliche Hauterkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis) und Ärztlicher Leiter am Dermatologikum Hamburg, gibt Einblicke in den aktuellsten Stand der Medizin und gibt Empfehlungen für einen ganzheitlichen Umgang.

Prof. Dr. med. Marc Radtke, was ist eigentlich Psoriasis?

Psoriasis ist eine überwiegend erblich bedingte, nicht ansteckende, chronische Haut- und Gelenkerkrankung, die mit Entzündungsvorgängen im Inneren des Körpers einhergeht und unter der ca. 2 Mio. Menschen in Deutschland leiden. Für das Auftreten kennt man unterschiedliche Auslösefaktoren. Auch wenn die Psoriasis niemals ansteckend ist, so leiden die Menschen aufgrund der sichtbaren Hautveränderungen erheblich unter Stigmatisierung und Diskriminierung. Selbstisolation und Rückzug aus Angst und Scham sind eine häufige Folge. Sind die Gelenke mitbetroffen, so können Schmerzen bis hin zum Funktionsverlust hinzukommen.  

Kann man etwas dagegen tun?

Die Veranlagung für Psoriasis ist beim überwiegenden Teil genetisch festgelegt. Dennoch sind wir heute in der Lage, mit wirksamen Arzneimitteln für eine langfristige Erscheinungsfreiheit zu sorgen. Hierfür stehen innerliche Behandlungsmethoden zur Verfügung, die schonend in das Immunsystem eingreifen und die Entzündung im Inneren des Körpers ausschalten.

Warum sollte man handeln und nicht abwarten?

Die frühzeitige Therapie ist notwendig, um langfristige Einbußen an Lebensqualität zu verhindern, die Entwicklung von Begleiterkrankungen zu reduzieren und die Funktionsfähigkeit der Gelenke zu erhalten. Hierbei ist ein ganzheitlicher Behandlungsansatz allen anderen Therapien überlegen.

Gibt es verschiedene Ausgestaltungen der Krankheit?

Die Psoriasis hat viele Gesichter. Sie kommt in unterschiedlicher Ausprägungen vor, die bei einer individualisierten Therapieplanung berücksichtigt werden sollten.

Haben Sie für Betroffene einen Tipp, wie man kurzfristig den Juckreiz mindern kann?

Die Fähigkeit der Haut, Feuchtigkeit zu speichern, sollte durch rückfettende, harnstoffhaltige Pflegecremes gefördert werden, um dem langfristigen Barrieredefekt der Haut, der eine der Hauptursachen für den Juckreiz darstellt, etwas entgegenzusetzen.

Prof. Dr. med. Marc Radtke ist Facharzt für Dermatologie mit dem Schwerpunkt chronisch-entzündliche Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis
Prof. Dr. med. Marc Radtke ist Facharzt für Dermatologie mit dem Schwerpunkt chronisch-entzündliche Hauterkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis

Sie leiden unter Psoriasis? Dann kontaktieren Sie Prof. Dr. med. Marc Radtke oder die Kolleg:innen in der Dermatologie im Dermatologikum Hamburg.

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